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Convenient Ideologie

Ideologie:

„Im engeren Sinne wird damit zum einen auf Karl Marx zurückgehend das „falsche Bewusstsein“ einer Gesellschaft bezeichnet.“

Am einfachsten zu verstehen ist das am Beispiel anhand ihres Lieblings-Italieners.
 

... ich habe heute frische Tortellini gefüllt mit Mozzarella. Schon die Vorstellung lässt den Gast das Wasser im Mund zusammenlaufen.  Die Antwort wird in 99% der Fälle sein, ja ich will es.

Dann wird es serviert und Gastwirt fragt: bisschen Pfeffer und Parmesan und vielleicht doch ein Glas Rotwein?  Allein der Duft der Tortellini benebelt den Gast und er ist bereit seine weitere Bestellungen z.B. den Rotwein vorzunehmen. 

Frage: Sind das sog. Kopplungsgeschäfte oder sagen sie, das finde ich doch einen super Service. Wahrscheinlich sagen, ja ich will auch ein Glas Rotwein dazu trinken.  „Alles Convenient.”
Egal ob die Tortellini aus einem leckeren Vorprodukt stammen. Den Preis lassen wir hier jetzt mal offen, den kann jeder, wenn er will im gut sortierteren Supermarkt feststellen. Etwas Parmesan darüber und wenn der Italiener Stil hat, dann legt er noch ein Basilikumblatt drauf und wir Gabeln es alles ohne Löffler, weil es Stil hat beim Italiener.

Um eines klar zu stellen, ich finde meinen Italiener super, weil er alles frisch macht.

Aber wir wollen eigentlich überhaupt nicht über das überzeugende Konzept der italienischen Gastwirte hier sprechen, sondern über Anbieter von Finanzdienstleistungen.


Ein Girokonto soll umsonst sein (kennt jemand einen Italiener der seine Ware oder Dienstleistung kostenlos anbietet, biete schreiben Sie mir, da will ich auch Gast sein).
Bei Finanzdienstleistern wird das erwartet. Wieso frage ich mich?

Auch Finanzdienstleister beziehen Convenient Produkte, denken sie nur mal an die verschiedensten Fonds, ETFs, IndexFonds, mache Institutsgruppen bieten ergänzend Versicherungen, usw. an.  Für diese Herstellung zahlen die Banken / Finanzdienstleistungsanbieter den „Einkaufpreis“. Eigentlich entspricht das der Convenient Ideologie. Wenn wir jetzt an unseren Italiener als Beispiel denken: Beim Italiener finden es die Kunden gut und sind begeistert, weil sie es riechen und schmecken können.  Beim Finanzdienstleiter dagegen, finden sie es geschmacklos.

Wieso ist das denn so? Meine Antwort hierzu: kennen sie eine Talkshow, die in dieser Form irgendwann berichtet hat?  Keiner würde sich jemals die Frage stellen, ob Anbieter von Teigwaren mit Mozzarella gefüllt nicht Markteilnehmer sind, die Ihre Kunden gut kennen und diese Convenient Ideologie akzeptieren. Die Antwort auf diese Frage kann jeder Leser sich selbst geben.

Bei Finanzdienstleitern soll die Formel anscheinend nicht gelten? Wieso eigentlich nicht? Diese müssen auch Miete, ihre Mitarbeiter, Steuern, Sozialabgaben bezahlen, usw. Also doch kein Unterschied zum Lieblings-Italiener? Gut der Eine macht für den Moment satt, der Andere sucht im Rahmen seiner Convenient Ideologie zufriedene Kunden.

Um es auf eine einfache Formel zu bringen: Bei dem Einen wird der Aufschlag ohne Wenn und Aber als passend empfunden, beim Anderen gilt die selbe Formal als unangemessen.
Die Neuen Guten unter den Finanzanbieter sind neuerdings die Honorarberater. Ihr Motto:
Unser Kunde zahlt mich direkt für eine faire und unabhängige Beratung. Also der Italiener würde sagen, sie zahlen nur was sie bestellt haben.

Jetzt kommen wir abschließend zu dem wichtigsten Thema der fairen Preise.


Was ist Fair, der Italiener der vorgefertigte Convenient Produkte anbietet (die auch noch gut schmecken und uns zufrieden stimmen) oder der Finanzdienstleister der Vergleichbares anbietet oder der Honorarberater der die Provision direkt von seinem Kunden nimmt?

Entscheiden Sie liebe Leser doch bitte selber.

Diese Möglichkeit der Suche nach dem fairen Preis gibt es übrigens nur, wenn es viele Anbieter und Produkte gibt, die man vergleichbar machen kann. Um bei unserem Lieblingsbeispiel zu bleiben: Wechselt ihr Italiener den Koch aus, dann kann der Service noch so gut sein, aber es schmeckt nicht mehr. Umgesetzt für Finanzdienstleistungsanbieter: nicht der Berater ist entscheidend, sondern das Produkt welches der Kunde erwirbt.
Mit 60 Jahren brauche ich sicher kein Produkt was noch 30 Jahre Laufzeit hat.
Sofern dieses Produkt überhaupt angeboten wird, sollte bei Jedem der gesunde Menschenverstand entscheiden. Ich sehe schon die Leute Alarm schlagen, die seinerseits Lehmans Brother Produkte gekauft haben. War es nicht die Gier der Anleger nach mehr Rendite? Die einfache Convenient Ideologie reichte nicht mehr aus, sie wollten noch mehr, eine hausgemachte Tiramisu zum Nachtisch. Oder mehr um satt zu sein. 

Keiner braucht die Tiramisus wirklich, aber sie schmeckt und man hat ein gutes Gefühl.
Jeder Kunde eines Finanzdienstleisters kann entscheiden, ob er mehr Rendite und Risiko will oder ob er mit der Convenient Ideologie zufrieden ist.

Der Finanzdienstleister hat doch eine Gemeinsamkeit mit dem lieben und oft hier zitierten Italiener:  

No free Lunch!  Das ist für beide Anbieter convenient!





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